MWMC

 

Im Jahr 2011 wurde beim BSC Güls erstmals der Bereich Mädchenfußball ins Leben gerufen. Damals von vielen noch müde belächelt ist dieser im Verein heute gar nicht mehr weg zu denken. Maßgeblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte haben unsere beiden Gülser Trainer Matthias Werth & Mario Colling die seit der ersten Stunde dieses Projekt mit begleiten haben. Durch Ihren Einsatz haben Sie in den letzten Jahren nicht nur für einen regelmäßigen Spielbetrieb gesorgt, sondern haben auch gezeigt, dass man erfolgreich neue Wege beschreiten kann und Veränderungen einem Verein richtig guttun kann.

Wie genau die beiden dazu gekommen sind, wie es so ist Mädchen auf dem Weg zum Erwachsen werden zu trainieren und wie die Zukunft dieses Bereichs aussehen kann / soll haben Sie uns im folgenden Interview erzählt.

 

 

Hallo Ihr zwei, ich hoffe Ihr seid gut ins Jahr 2018 gestartet. Mädchenfußball ist in Güls längst nicht mehr weg zu denken. Speziell Ihr zwei habt daran großen Anteil. Stellt Euch unseren Lesern bitte mal vor.

(MW) Ich bin ein „Hamburger Jung“, Vater zweier Kinder und glücklicher Ehemann (auch wenn meine Frau meine Jugendleiterin ist ;-)). Aus beruflichen Gründen führte mich mein Weg 2002 in das schönste Dorf der Welt, Güls!

Sportlich gesehen, spielte ich meine gesamte Jugend beim ETV Hamburg, zuletzt in den damaligen höchsten Spielklassen der A und B-Jugend des Hamburger Verbandes. Die Landesliga und Bezirksliga beim ETV Hamburg und dem Rahlstedter SC folgten.

(MC) Ich bin ein Gülser Jung, wenn auch 2004 nach Bassenheim ausgewandert. Ebenfalls glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern. Meine Tochter spielt bei den C-Mädels unserer MSG. Ich selbst habe, bis auf kleine Ausflüge nach Rübenach, immer für den BSC gespielt.

 

 

Wie lange macht Ihr schon Euren Job als Trainer und wie kam es dazu?

(MW) Nach langem Drängen unseres Vereinsvorsitzenden Toni Bündgen und der Erkenntnis, dass im Bereich der Jugend des BSC Güls grundlegend etwas geschehen musste, erklärten Mario und ich uns bereit den Einstieg in den Mädchenfussball zu wagen.

Erstmalig haben wir dann gemeinsam zu einem Schnuppertraining im Sommer 2011 Mädchen zum BSC eingeladen. Die Beteiligung war wirklich phänomenal, wo die bleibende Euphorie aus der Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Deutschland, wesentlich zu beigetragen hat. Seitdem ist uns der Mädchen-/Frauenfußball an das Herz gewachsen

 

 

MSG Moselbogen? Viele wissen gar nicht was sich dahinter verbirgt. Matthias erzähle unseren Lesern welche Vereine sich an der MSG beteiligen.

(MW) Die MSG Moselbogen ist eine Kooperation der vier Vereine Winninger TV, BSC Güls, FSV Dieblich und des TSV Lay im Bereich des Mädchenfußballs.

Auf sich alleine gestellt können diese Vereine nur partiell am Wettkampfsport des Mädchenfußballs teilnehmen.

Unter dem Leitspruch "Gemeinsam sind wir stark!" fanden sich die vier Vereine zusammen, um jedem Mädel an der unteren Mosel sowie in und um Koblenz herum in jeder Altersklasse die Möglichkeit zu geben, Fußball zu spielen. Hoch motivierte, gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer setzen sich das Ziel, interessierten Mädels neben dem Fußballspiel das starke Miteinander in einem guten sozialen Umfeld zu bieten und natürlich auch vorzuleben.

 

 

Mario, welche Mädchenmannschaften stellen wir aktuell und wie sieht es sportlich aus?

(MC) Zurzeit stellen wir eine E-, eine C- und eine B-Juniorinnen Mannschaft. Leider haben wir es im Sommer 2017 nicht geschafft eine D- Juniorinnen Mannschaft zu stellen, da in dem Alter immer wieder Mädels mit dem Fußball aufhören nachdem sie es ein, zwei Jahre probiert haben.

Sportlich entwickeln wir uns gut. Nachdem wir in den Anfangsjahren häufig hoch verloren haben kann man sagen, dass wir mittlerweile mehr Spiele gewinnen als verlieren.

Lediglich in unserer B- Mädchen müssen des Öfteren mit Niederlagen leben, liegt aber auch daran, dass diese Mädels fast alle spät mit dem Fußball begonnen haben. Aber auch hier wird es mit jedem Training besser.

Unsere E-Mädels belegen den 4. Platz von 6, unsere C-Mädels den 6. Platz von 12 und die B-Juniorinnen den vorletzten Tabellenplatz in ihrer Liga.

 

 

Mädchenmannschaften….… Wie darf man sich das vorstellen, wenn die Mädchen in der Pubertät sind, ist das nicht die Hölle für Euch, oder sind die Jungs da vielleicht noch schlimmer?

(MW) Die Zeit des erwachsenen Werdens ist bei Jungen genauso wie bei Mädchen eine schwierige Phase. Nichts desto trotz bezeichnet man diese Zeit auch als das „goldene Lernalter“. Die Fortschritte sind enorm zu erkennen. Als Mannschaftsverantwortlicher ist man allerdings nicht nur Trainer, sondern auch ein Vertrauter und gleichermaßen Gegner für die Mädchen. Das zu erkennen war oft nicht einfach. Das schwierigste für uns ist es während dieser Phase die Begeisterung für den Mädchenfußball weiterhin aufrecht zu erhalten. Im Großen und Ganzen haben wir aber ganz tolle und aufrichtige Mädchen am Start und die Arbeit mit Ihnen macht wirklich Spaß.

 

(MC) So ist Matthias!! Immer positiv :-). Es ist schon nicht einfach zurzeit. Matthias trainiert die B- und ich die C-Mädels. Wir machen das aber mehr oder weniger gemeinsam. Manchmal fragt man sich schon was ist denn jetzt los, aber das kennt ja jeder der selbst Kinder im entsprechenden Alter zuhause hat. Das ganze dann aber potenziert auf 15 Mädels………

Aber Matthias hat schon recht, im Großen und Ganzen macht es Spaß, sonst würden wir es ja auch nicht schon so lange machen.

Die Mädels bei uns haben Bock auf Fußball, sind sehr engagiert und tatsächlich alles ganz liebe. Was im Alltag stört sind einfach die zu vielen Verpflichtungen die die Jugendlichen heute haben. Da wird auch mal ein Training oder ein Spiel abgesagt wo du denkst: Das ist doch jetzt nicht Ernst gemeint. Aber das ist die heutige Zeit und damit haben alle Vereine, ob Fußball, andere Sportarten oder Hobbies in anderen Bereichen als Sport zu kämpfen. Hier muss ich wahrscheinlich noch etwas entspannter werden.

 

 

Endlich haben wir ein Rasenplatz und ein Kleinspielfeld in Güls. Mario, wie zufrieden seid Ihr mit den Trainingsmöglichkeiten?

(MC) Ja, hätten wir das auch schon zu meiner aktiven Zeit gehabt täte mir wahrscheinlich heute nicht alles weh ;-).

Es ist natürlich eine tolle Sache und eine hervorragende Anlage in Güls geworden. Leider ist es so, wie in allen Vereinen auch, dass zu bestimmten Zeiten einfach alle Mannschaften trainieren wollen und man sich dann einigen muss wer wann wo darf. Aber unsere Jugendleitung in Güls unterstützt uns da ganz hervorragend und versucht für die Mädels immer einen Platz zu finden.

Leider sind wir ab November absolut benachteiligt gegenüber anderen Vereinen in der Umgebung, da wir keine Hallenzeiten in Güls haben. Auch in Winningen ist diesbezüglich leider nichts zu machen da diese von den Jungs belegt ist, lediglich die Layer Kollegen versuchen uns hier und da eine Hallenzeit zur Verfügung zu stellen. Da wir unterm Strich aber in der ganzen Zeit bei jedem Wetter meist nur das Kleinspielfeld nutzen können, ist die Vorbereitung auf die Rückrunde zumeist suboptimal.

 

 

Lieber Matthias, wann dürfen wir im Gülser Damenfußball endlich eine Seniorinnenmannschaft auf dem saftigen Grün sehen?

(MW) Zum Ende dieser Saison wird der dritte Jahrgang in Folge unseren Mädchenbereich verlassen und für den Frauenfußball zur Verfügung stehen. Die Vereine der FSG (Frauenspielgemeinschaft) Moselbogen sind sich darüber einig, dass dieses Jahr erstmalig eine Frauenmannschaft auf die Beine gestellt werden muss um diesen jungen Frauen auch eine richtige Perspektive zu schaffen.

Die Weichen hierfür sind gestellt! Mit viel Engagement gilt es nun den Kader für dieses Vorhaben adäquat zu erweitern. Mit der nötigen Unterstützung aller, wird uns dies zur neuen Saison 18/19 aber auch gelingen.

 

 

Was muss sich generell im Verein noch verbessern um speziell den Frauenfußball noch mehr ins „Rampenlicht“ zu bringen?

(MC) Naja, so ein Interview ist schon mal ein guter Schritt. Obwohl wir inzwischen im achten Jahr sind wissen tatsächlich noch viel zu Wenige was wir genau machen und wie sehr sich der Mädchenbereich sich zum positiven Entwickelt hat. Wobei ich das Problem momentan nicht beim BSC sehe, sondern eher bei den anderen Vereinen unserer MSG. Hier sind Matthias und ich momentan nicht überall mit dem Engagement zufrieden, aber auch das wollen wir verbessern.

(MW) Viel Außendarstellung sowie sportliche Erfolge sind unabdinglich um in der Fläche präsent zu sein und im Rampenlicht zu erscheinen. Eine familiäre Umgebung sowie modernste Sportstätten sind gegeben und machen die MSG/FSG Moselbogen jetzt schon sehr attraktiv.

An der Situation der Umkleidemöglichkeiten in Güls (aktuell leider nur zwei Stück) kann allerdings noch gefeilt werden. Für die Zukunft denke ich, dass die hohe Dichte an Mannschaften sowohl im Junioren-/innen als auch im Senioren Bereich es verlangt, eine weitere oder größere Trainingsmöglichkeit zu schaffen.

 

 

Welche sportlichen Ziele habt Ihr für die restliche Spielzeit 2018 und die neue Saison 2018 / 2019?

(MW) Primärziel ist es immer den größtmöglichen sportlichen Erfolg zu haben. Dies gilt es von Spiel zu Spiel umzusetzen und darauf kontinuierlich hinzuarbeiten.

Eine Frauenmannschaft in Güls 2018/2019 auflaufen zu sehen wäre sportlich gesehen das Größte für mich.

(MC) Ich möchte in der Rückrunde mit meinen Mädels noch den ein oder anderen Platz in der Tabelle nach oben wandern. Für den Sommer wird es wichtig sein, dass wir die Lücke unserer fehlenden D-Jugend wieder schließen und natürlich alle aktiven Mädels bei der Stange zu halten.

Hier sind alle Mitglieder der MSG gefordert. Neben dem zählbaren Erfolg wäre es schön wenn es uns gelingen würde, dass man unabhängig von Ergebnissen und Tabellenständen positive Veränderungen und Verbesserungen im Spiel der Mannschaften sieht.

 

 

Lieber Matthias, lieber Mario wir wünschen Euch und den Mädels viel Erfolg für die restliche Saison! Wir bedanken uns für das nette Interview und den Einblick in den Mädchenfußball.