Gründung in den 50er Jahren

In dem nachfolgenden Bericht stellt der BSC 1950 Güls e.V. seine Entwicklung in der Vergangenheit vor. Der gezielt auf Wettkampfbasis abgestellte Fussballsport ist in Güls relativ jung. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich fussballbegeisterte junge Männer dem Turnverein 1890 Güls e.V. an. Unter diesem Namen führten sie die ersten Meisterschafts- Pokal- und Freundschaftsspiele durch. Das Bestreben nach größerer Förderung des Fussballsports führte am 31. März 1950 im Gasthaus "Zum Rebstock", Güls, Poppenstraße, 26 Anhänger des "Runden Leders" zusammen, die einstimmig beschlossen, einen selbstständigen Verein zu gründen. Der Verein erhielt den Namen Ballspielclub 1950 Güls und als Vereinslokal wurde das Gasthaus Trennheuser in Güls bestimmt.

Am 22. April 1950 wurde im Gasthof Trennheuser die Eröffnungsversammlung abgehalten. Im Verlauf derer wurde der erste Vorstand gewählt. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender : Hans Reusch
2. Vorsitzender: Karl Stausberg
Geschäftführer: Peter Brockmann
Kassierer: Aloys Geyermann
Fussballobmann: August Schoor
Leiter der Tischtennisabteilung: Karl Rosenbaum
Jugendleiter: Clemens Franzen

Die ersten Gehversuche des jungen Vereins waren äußert schwierig, fehlte es doch an finanziellen Mitteln zur Beschaffung der notwendigen sportlichen Ausrüstung. Die Begeisterung der Mitgründer, insbesondere der Opferbereitschaft der Aktiven, half mit, die ersten Schwierigkeiten zu überwinden. Die erste Mannschaft spielte in der Kreisklasse Koblenz. Das erste Meisterschaftsspiel unter dem Namen BSC Güls wurde am 2.April 1950 in Güls gegen den VFL Kesselheim ausgetragen und endete mit einem 3:2 Sieg für den BSC Güls. Da der Sportplatz "Auf dem Heyerberg" auf dem die ersten Spiele ausgetragen wurden, den Ansprüchen nicht genügte, musste man sich nach einem geeigneten Sportgelände umsehen. Der Vorstand führte erfolgreiche Verhandlungen mit der kath. Kirchengemeinde Güls zwecks Pachtung eines Geländes an der Moseluferstraße, das zur Anlage des neuen Sportfeldes dienen sollte.

Das Mitglied Peter Hähn stellte ein weiteres Grundstück kostenlos zur Verfügung. Dank der tatkräftigen Mithilfe einer großen Anzahl von Mitgliedern konnte bereits im Jahre 1951 der Spielbetrieb auf dem neuen Sportplatz an der Mosel aufgenommen werden. Die" Mannschaft der ersten Stunde" belegte in der Abschlusstabelle der Kreisklasse Koblenz einen beachtlichen 7. Platz. Dieser Erfolg war die Ernte mühseliger Kleinarbeit und unermüdlichen Fleißes. Die Fairness unserer Mannschaft machte den BSC rasch beliebt, sodaß wir zu manchen Turnieren eingeladen wurden. Im Juni 1950 waren wir zu Gast beim SSV Oberfell. Die 1.Mannschaft wurde Turniersieger, während die 2.Mannschaft den dritten Platz belegte. Der erste große Erfolg stellte sich bereits im Jahre 1952 ein. In einem Entscheidungsspiel gegen die Amateure des TUS Neuendorf wurde unsere 1.Mannschaft Kreismeister

Geselligkeit im BSC

Schon sehr früh förderte der junge Verein Kameradschaft und Geselligkeit. Man hatte erkannt, dass Bande dieser Art ein wesentliches Kriterium des sportlichen Erfolges darstellten. So wie eine Mannschaft eine Einheit bildet, sollte der Verein zu einer großen Familie werden. Im Jahre 1953 fand erstmals eine Weihnachts- und Familienfeier im Saale Trennheuser statt. Der Erfolg dieser Veranstaltung gab unserer Vermutung recht. Die große Beliebtheit und der stetige Zuspruch machten unsere Winterfeste zu einem nicht mehr wegzudenkenden, kulturellen Ereignis unseres Stadtteils. Leider hat das Interesse an diesen Festen in den letzten Jahren stark nachgelassen, sodass sie sich in diesem Umfang nicht mehr lohnen und nur noch für die Jugendlichen veranstaltet werden.

Abstieg und Neuaufbau in den späten 50er Jahren

Das Abtreten der mittlerweile älter gewordenen Spieler und das Einbauen von jungen Nachwuchsspielern führte zwangsläufig zu einer spielerischen Schwächung. Die Mannschaft konnte daher zunächst keine führende Rolle mehr im Kreis Koblenz spielen.

Der Neuaufbau einer schlagkräftigen 1. Mannschaft konnte aber ohne Mitwirkung einiger erfahrener ältere Spieler nicht durchgeführt werden. So stellten sich Robert Escher und Paul Denkel weiterhin der I. Mannschaft zur Verfügung, die in der Spielzeit 1957/58 in der B-Klasse Mosel rechts spielte. Unter der fachkundigen des Betreuers Toni Bohn aus Koblenz-Horchheim, konnte die Mannschaft gleich vom 1.Spieltag an die Tabellenfühung übernehmen. Sie gab die Spitze bis zum Saisonende nicht mehr ab. Die 1. Mannschaft wurde bei nur einem verloren Spiel Staffelsieger und erkämpfte sich damit die Berechtigung zur teilnahme an den Aufstiegsspielen zur A-Klasse Koblenz. Gegner waren der VFL Kesselheim; TUS Lonnig und die Amateure des Germania Metternich. Bei den Endkämpfen schien es zunächst als würde es die Mannschaft nicht schaffen. Nachdem aber in der Rückrunde der VFL Kesselheim und TUS Lonnig jeweils mit 3:1 Toren besiegt wurden, war der Aufstieg in die A-Klasse geschafft.

Gründung der "Alt Herren" Mannschaft

Im Jahre 1957 gründeten die ehemaligen Aktiven eine Alt-Herren Mannschaft. Sie sollte die Fithaltung und Körperertüchtigung dienen und das Zusammengehörigkeitsgefühl behalten. Diese Einrichtung hat sich bis heute bewährt, da viele "Ehemalige" weiter ihrem Hobby nachgehen wollen. Nicht Sieg um jeden Preis, sondern die Freude an der Sache und die Kameradschaft stehen an erster Stelle.

Steigerung in den 60er Jahren

Der Elan, den die Sportler beim Bau des neuen Sportplatzes bewiesen, machte sich in der Folgezeit auch bei den Aktiven bemerkbar. Sie eilten von Erfolg zu Erfolg. Dank der vorzüglichen Arbeit des neuverpflichteten Trainers Walter Fichtner (später FC Horchheim; SV Niederlahnstein; Spfr. Eisbachtal und FC Plaidt) konnte die 1. Mannschaft im Spieljahr 1963/64 ungeschlagen die Meisterschaft der II. Kreisklasse Koblenz erringen. Bereits ein Jahr später, im Spieljahr 1964/65 gelang mit dem Erringen der Meisterschaft der I.Kreisklasse Koblenz der Aufstieg in die A-Klasse Koblenz. Im Spieljahr 1965/66 war der BSC Güls der große Favoritenschreck. Der unermüdliche Einsatz und spielerisches Können führten die Gülser in die Spitzengruppe und ließen sie auch hier Meisterwürden erringen. Der Aufstieg in die Bezirksliga war geschafft. Eine imponierende Leistung der Mannschaft und ihrem Trainer Walter Fichtner.

Erste Schwierigkeiten in der Bezirksliga in den frühen 70er Jahren

Die Erwartung, auch in der Bezirksliga eine gute Rolle zu spielen, wurde nicht erfüllt. Die Mannschaft, die fast bisher fast nur Siege gewohnt war hatte offenbar ihre Kräfte überschätzt, denn die Vorrunde kam sie über den vorletzten Platz nicht hinaus. In der Rückrunde spielten sie den "Hecht im Karpfenteich". Ausgerechnet beim damaligen Tabellenführer Rheinland Mayen zeigte die Mannschaft all ihr Können und bezwang den Platzverein verdient mit 5:0 Toren. Wenn auch dieser Sieg die Mannschaft anspornte und zu manchen weiteren Sieg verhalf, zum Verbleib in dieser Klasse fehlte nur ein Punkt. Die Mannschaft musste mit einem Torverhältnis von 74:73 (!!!) den Weg zurück in die A-Klasse antreten. Es wäre falsch zu glauben, dass die Mannschaft nun resignieren würde. Im Gegenteil, die alte Form war wiedergefunden und der BSC führte bald wieder die Tabelle an, nachdem der Mitfavorit SC Oberlahnstein mit 5:1 Toren geschlagen war. Leider konnte die Mannschaft die spielerische Stärke nicht beibehalten, sodass sie vom SC Oberlahnstein überflügelt wurde. Auch in den folgenden Jahren war der BSC in seiner Klasse mit tonangebend, aber der große Durchbruch blieb aus. 1969 wurde der Ex-Profi Josef Fuhrmann als Trainer verpflichtet. Im Jahre 1970 verlegte der BSC Güls sein Vereinslokal in die Gaststätte des Sportkameraden Peter Hähn "Zum Hähnchen". Die I. Mannschaft errang im Spieljahr 1970/71 endlich die Meisterschaft der A-Klasse Koblenz und stieg wieder in die Bezirksliga auf. Nachdem Josef Fuhrmann den Verein wechselte, war man bemüht, einen gleichwertigen Trainer zu verpflichten (was nicht einfach war, denn der wird immer an seinem Vorgänger gemessen), um einen nochmaligen Abstieg aus der Bezirksliga zu vermeiden. Mit dem Sportkameraden Reith, der sich ein Jahr zur Verfügung stellte, konnte der Klassenerhalt gesichert werden.

Festigung in der Bezirksliga in den 70er Jahren

Am 6. Juni 1975 feierte der BSC Güls sein 25-jähriges Bestehen mit einem Festkommers und einer Sportwoche. Der Festkommers fand in einem Festzelt neben dem damaligen Vereinslokal "Zum Hänchen" statt. Im gleichen Jahr luden wir aus Anlass des Jubiläums die Profimannschaft des 1. FC Nürnberg, wo unser ehemaliger Jugendspieler Dieter Nüssing spielte und der ehemalige Nationaltorwart Hans Tilkowski Trainer war zu einem Freundschaftsspiel in die Metternicher Kaul ein. Das wurde zwar 7:2 verloren, aber es war für alle ein tolles Erlebnis. Der BSC Güls etablierte sich unter seinem damaligen Trainer Karl Berressem in der Bezirksliga und war nicht mehr aus dieser Liga wegzudenken. Als 1977 die Landesliga gegründet wurde, durfte die 1. Mannschaft des BSC Güls nicht mehr auf seinem Sportplatz an der Mosel spielen. Weil dieser die Mindestmasse nicht hatte, mussten wir auf die "Schmitzers Wiese" in der Goldgrube ausweichen, bis unsere heutige Bezirkssportanlage fertig gestellt war. Die Landesliga wurde in 2 Staffeln aufgeteilt und zwar in die Staffeln Nord und Süd. Wir mussten in die Staffel Süd wo wir mindestens 8 Auswärtsspiele von über 100 km Anfahrt hatten (Raum Trier und Belgische Grenze). Diese wurden mit dem Bus bewältigt weil sonst die Spieler schon müde am Spielort angekommen wären. Viele spannende Lokalderbys zwischen unseren Nachbarvereinen SV Untermosel Kobern-Gondorf, FC Metternich und SSV Mülheimwaren die Höhepunkte jeder Saison.

In den 80er Jahren endlich geschafft - Verbandsliga Rheinland

Der BSC Güls war fast immer unter den ersten fünf in der Tabelle zu finden, bis unter Trainer Hermann Schäfer in der Saison 1983/84 der große Traum in Erfüllung ging und der Aufstieg in die Verbandsliga Rheinland geschafft wurde. Diese Meisterschaft wurde mit einem Triumpfzug mit Musik vom Sportplatz zum Vereinslokal gefeiert. Die Verbandsliga war eine Liga wo Mannschaften vertreten waren, von denen wir als Gegner nie geträumt hätten (TuS Koblenz,VFL Hamm; VFL Trier, Glas-Chemie Wirges, VFB Wissen usw.) Die Krönung war der 3:1 Heimsieg gegen die große TuS aus Koblenz.

Stetiger Abstieg seit den 90er Jahren

Leider konnte die Verbandsliga aus verschiedenen Gründen nicht gehalten werden, und so wurde in der anschließenden Landesligasaison ein neuer Anlauf gestartet. Da dies nicht gelang, verließen einige wichtige Spieler den Verein oder beendeten ihre Laufbahn. Leider verstarb unser langjähriger Mäzen Peter Hähn im Jahre 1986 viel zu früh. Aus finanziellen Gründen bekamen wir keinen gleichwertigen Ersatz , sodass wir in der Landesliga immer weiter abrutschten und 1989 in die Bezirksliga abstiegen. Da die restlichen guten Spieler uns dann auch noch verließen, wurden wir in die Kreisliga-A durchgereicht und begannen in dieser Klasse einen Neuaufbau. In der Kreisliga A starteten wir mit 0:10 Punkten und befürchteten, dass es noch weiter nach unten geht. Doch die Mannschaft riss sich zusammen und schaffte den Klassenerhalt doch. Nachdem im Fussballkreis Koblenz ein Play-Off System eingeführt wurde, spielte der BSC Güls bis 1998 jedes Jahr in der Abstiegsrunde, die sie immer erfolgreich überstand.

In der Saison 1999/2000 spielten wir in der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga, was wir einer spielerischen Weiterentwicklung und durch das unermüdliche Engagement unseres Trainers Guido O´Donnokoe´ zu verdanken hatten. Leider wurden die Hoffnungen nicht erfüllt. Die I. Mannschaft spielte noch einige Jahre in der Kreisliga A, bis dann in der Saison 2003/04 der Abstieg in die Kreisliga B folgte. In der Saison 2006/2007 erfolgte der Abstieg in die C-Klasse Koblenz, die Hoffnungen auf einen Aufstieg konnte die junge Mannschaft nicht erfüllen.

Doch auch hier sollte der Tiefpunkt noch nicht erreicht sein. In der Saison 2008/2009 folgte der Abstieg in die Kreisliga D.

Umbruch und Zukunft ab 2010

Ab 2010 folgte ein Umbruch, einige Spieler verliessen den Verein. Jetzt zahlte sich die gute Jugendarbeit aus, und wir konnten einige A-Jugend Spieler in den Kader der I. und II. Mannschaft integrieren. Dies wurde belohnt, in der Saison 2009/2010 wurde die I. Mannschaft Vizemeister in der Kreisliga D.